Moderne Rechenzentren verfügen über hochentwickelte Kühlinfrastruktur: Präzisionsklimageräte, leistungsfähige Chiller, drehzahlgeregelte Pumpen, Freikühlsysteme und komplexe Hydraulik. Dennoch wird ein großer Teil dieser Systeme weit unter ihrem möglichen Effizienzgrad betrieben.
Der Grund liegt selten in der Hardware selbst, sondern in der fehlenden systemübergreifenden Optimierung der Regelung.
Viele Anlagen werden als Kombination einzelner Komponenten betrieben, deren Regelung unabhängig voneinander erfolgt. Präzisionsklimageräte regeln Raumtemperaturen, Pumpen reagieren auf Druckdifferenzen und Chiller arbeiten mit festen Vorlauftemperaturen. Dadurch entstehen Regelkonflikte und ineffiziente Betriebspunkte im Gesamtsystem.
Hardwarehersteller liefern in der Regel optimierte Einzelkomponenten. Die energetische Optimierung des gesamten Systems – bestehend aus Hydraulik, Luftführung, Kälteerzeugung und IT-Last – ist jedoch selten Teil dieser Lösungen.
Die größten Effizienzverluste entstehen typischerweise in vier Bereichen.
Viele Rechenzentren betreiben ihre Kaltwassersysteme mit Vorlauftemperaturen zwischen 6 °C und 8 °C, obwohl deutlich höhere Temperaturen möglich wären.
Niedrige Vorlauftemperaturen verursachen mehrere Effizienzverluste:
höherer Verdichter-Lift im Chiller
geringerer COP der Kälteerzeugung
reduzierte Freikühlpotenziale
unnötig hohe Luftvolumenströme
Eine Anhebung der Kaltwassertemperatur um wenige Kelvin kann den Energieverbrauch der Kälteerzeugung erheblich reduzieren und gleichzeitig die Nutzung von Freikühlung verlängern.
Ein häufiges Problem in Rechenzentren ist eine zu geringe Temperaturspreizung zwischen Vorlauf und Rücklauf im Kaltwassersystem.
Typische Ursachen:
überdimensionierte Volumenströme
ungünstige Regelung der Klimageräte
hydraulische Fehlanpassungen
parallele Regelstrategien
Eine geringe Spreizung führt zu:
höheren Pumpenleistungen
schlechterem Teillastbetrieb der Chiller
reduzierter Effizienz der Wärmetauscher
Durch eine systemische Optimierung der Volumenströme und der Kühlregisterregelung lässt sich die Temperaturspreizung deutlich verbessern.
Präzisionsklimageräte werden häufig mit hohen Luftvolumenströmen betrieben, um mögliche Hotspots sicher zu vermeiden.
Das führt zu:
erhöhtem Ventilatorstromverbrauch
unnötiger Luftzirkulation im Raum
ineffizientem Wärmeübergang
Durch eine Analyse der thermischen Lastverteilung und eine optimierte Luftführung lassen sich Luftmengen deutlich reduzieren, ohne die thermische Sicherheit der IT zu gefährden.
Rechenzentren arbeiten häufig im Teillastbereich. Viele Chilleranlagen erreichen ihren besten Wirkungsgrad jedoch nur in bestimmten Betriebsbereichen.
Ohne koordinierte Regelstrategie entstehen typische Probleme:
unnötige Zuschaltung zusätzlicher Chiller
ineffiziente Lastverteilung
ungünstige Betriebszustände der Verdichter
Eine systemische Steuerung kann die Lastverteilung zwischen den Kältemaschinen optimieren und damit den COP des Gesamtsystems verbessern.
CPI verfolgt einen Ansatz der modellbasierten Systemoptimierung, bei dem das gesamte Kühlsystem als thermodynamisches Gesamtsystem betrachtet wird.
Dabei werden unter anderem folgende Parameter analysiert:
IT-Lastverteilung im Serverraum
Luftströmungen und Temperaturfelder
hydraulische Betriebszustände
Chillerkennlinien und Teillastverhalten
Freikühlpotenziale
Auf dieser Basis können optimierte Regelstrategien entwickelt werden, die den energetisch optimalen Betriebspunkt des Systems bestimmen.
Ein besonders wirkungsvoller Ansatz ist die modellprädiktive Regelung (MPC).
Hierbei werden nicht nur aktuelle Messwerte berücksichtigt, sondern auch:
thermische Trägheit der Infrastruktur
prognostizierte IT-Last
Wetterdaten und Außentemperaturen
Das System berechnet kontinuierlich die energetisch optimale Kombination aus:
Kaltwassertemperatur
Pumpenleistung
Luftvolumenstrom
Chillerbetrieb
Nutzung der Freikühlung
Durch eine koordinierte Optimierung aller Komponenten lassen sich typische Effekte erzielen:
höherer COP der Kälteerzeugung
reduzierte Pumpenleistung
geringere Ventilatorleistungen
längere Freikühlphasen
stabilere Temperaturverhältnisse im Serverraum
Diese Effekte wirken direkt auf die Power Usage Effectiveness (PUE) des Rechenzentrums.
In vielen Anlagen lassen sich durch eine regelungsbasierte Systemoptimierung zweistellige Energieeinsparungen in der Kühlinfrastruktur erreichen – ohne Austausch der bestehenden Technik.
Während klassische Anbieter vor allem Kühlgeräte und Infrastruktur liefern, konzentriert sich CPI auf die Optimierung des Gesamtsystems im Betrieb.
Der Fokus liegt auf:
systemischer Analyse der Kühlinfrastruktur
thermodynamischer Modellierung
datenbasierter Betriebsoptimierung
intelligenter Regelstrategie
So wird aus vorhandener Kühltechnik ein deutlich effizienteres System.
Nicht mehr kühlen – intelligenter kühlen.
